Protein-Snacks und funktionelle Süßwaren gewinnen immer mehr an Bedeutung. Verbraucher erwarten zunehmend zuckerreduzierte oder zuckerfreie Produkte, praktische Einzelportionen und zusätzliche funktionelle Inhaltsstoffe. Als praktische und geschmacklich attraktive Alternative zu klassischen Protein-Shakes und -Snacks bieten Gummi- und Geleeprodukte ein innovatives Format, stellen Hersteller und Anlagentechnik jedoch vor besondere Herausforderungen.
High-Protein-Gummies industriell herstellen:
Rezeptur und Prozess aufeinander abstimmen
Bei der Herstellung proteinangereicherter Gummiprodukte ist nicht allein die Proteinmenge entscheidend. Eine erfolgreiche Rezeptur muss gleichzeitig angenehme sensorische Eigenschaften, eine stabile Gelstruktur und eine ausreichende Protein- beziehungsweise Kollagenkonzentration ermöglichen. Zudem muss sie sich sicher und reproduzierbar industriell verarbeiten lassen.
Dafür ist die präzise Abstimmung von Rohstoffen, Temperaturführung, Mischprozess und Dosiertechnik entscheidend. Besonders beim Einsatz von Molkenprotein kommt der Temperaturführung eine wichtige Bedeutung zu: Bei zu hoher thermischer Belastung kann das Protein denaturieren und ausflocken. Ein gezieltes Temperaturmanagement ist daher erforderlich, um eine stabile Verarbeitung und die gewünschte Produktqualität sicherzustellen.
Auch die Wahl des Produktionsverfahrens beeinflusst die Rezepturentwicklung. Für die Herstellung im Puderlosverfahren, das bei der Produktion funktioneller Süßwaren zu bevorzugen ist, ist die Zugabe von Gelatine erforderlich, um eine zeitnahe Ausformung der Produkte zu ermöglichen.
Unterschiede zwischen Puderlos- und Mogulverfahren
Bei internen Versuchen wurden sowohl ein Kollagen-Gummy als auch ein High-Protein-Gummy auf Gelatinebasis entwickelt. Bei zuckerfreien Rezepturen wurden im Puderlosverfahren Gesamtproteinmengen von etwa 15 bis 20 g pro 100 g Endprodukt erreicht. Im Mogulverfahren konnten deutlich höhere Mengen von bis zu 40 g Gesamtproteingehalt pro 100 g Endprodukt erzielt werden. Der wesentliche Vorteil des Mogulverfahrens besteht darin, dass sich Gießmassen mit höheren Wassergehalten verarbeiten lassen. Dadurch bleibt die erforderliche Gießfähigkeit auch bei höheren Proteinkonzentrationen erhalten. Die enthaltene Feuchtigkeit wird anschließend im Trocknungsprozess gezielt reduziert.
Damit bietet das Mogulverfahren aus prozesstechnologischer Sicht eine größere Toleranz bei proteinreichen Rezepturen. Das Puderlosverfahren zeichnet sich dagegen durch eine kompakte Prozessführung aus und eignet sich besonders für funktionelle Produkte, bei denen eine schnelle Ausformung und spezielle hygienische Anforderungen im Vordergrund stehen.
Technologische Herausforderungen
Proteinreiche Gummimassen weisen häufig höhere Viskositäten auf als klassische Massen. Gleichzeitig beeinflussen Proteine und Kollagen die Gelstruktur, das Mundgefühl und die Verarbeitbarkeit. Zu den zentralen technologischen Herausforderungen gehören daher:
- die Verarbeitung höherer Viskositäten,
- der Einfluss von Protein und Kollagen auf die Gelbildung,
- die exakte Kontrolle der Produkttemperatur,
- die Anpassung von Misch- und Dosierprozessen und
- die Einhaltung geeigneter Verweilzeiten.
Die Entwicklung eines marktfähigen Produkts erfordert deshalb eine ganzheitliche Betrachtung. Entscheidend ist das abgestimmte Zusammenspiel von Rezeptur, Verfahren und Anlagentechnik.
Von der Laborrezeptur zur industriellen Produktion
WDS unterstützt Kunden bereits in der Entwicklungsphase und begleitet sie auf dem Weg von der Laborrezeptur bis zur industriellen Produktion. Dazu gehören:
- die Auswahl und Bewertung geeigneter Rohstoffe,
- die Entwicklung und Anpassung der Grundrezeptur,
- Versuche im Technikum auf Pilotanlagen,
- die Optimierung von Temperaturführung und Verweilzeiten,
- die Abstimmung des Dosiervorgangs,
- die Bewertung von Textur und Verarbeitbarkeit,
- die Übertragung auf die Produktionsanlage,
- sowie Support und Schulung des Kunden.
Durch die Verbindung von Rezepturentwicklung, Prozessverständnis und Anlagentechnik schafft WDS die Voraussetzungen, um auch anspruchsvolle High-Protein- und Kollagenprodukte sicher und reproduzierbar in die industrielle Produktion zu überführen.


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